Christine Sudbrink

Christine Sudbrink

Senior Digital Marketing Consultant - Organic

Holistischer Content – Was steckt dahinter?

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Heute zählen vor allem technische Aspekte weiterhin zu den wichtigsten Rankingfaktoren bei Google. In den vergangenen Jahren haben die Inhalte bzw. der Content dennoch an Bedeutung für die Bewertung einer Seite gewonnen. „Content is King“ – ein Ausdruck über den man in den letzten Jahren des Öfteren stolpert und viele Seitenbetreiber dazu veranlasst, Ihre Landingpages mit Textwüsten zu füllen, in der Hoffnung auf ein besseres Ranking. Doch ganz so einfach funktioniert das leider nicht. Hat sich Ihre Website erst einmal eine Platzierung in den TOP-10 erkämpft, so gilt es diese auch durch entsprechende User-Signale zu halten. Und genau hier liegt die Crux: Inhalte zu erstellen, die möglichst umfassend die Frage des Suchenden beantworten. Holistischer Content ist hier der passende Ansatz.

Doch was versteht man unter holistisch? Genau diese Frage wollen wir hier beantworten und Ihnen zusätzlich ein paar Tipps zur Erstellung relevanter, umfassender Inhalte mit an die Hand geben.

Was ist holistischer Content?

„Holismus ist die Lehre, die alle Erscheinungen des Lebens aus einem ganzheitlichen Prinzip ableitet“– diese Antwort erhalte ich wenn ich „Holismus“ im Duden nachschlage. Für uns bedeutet dass in Bezug auf Content nichts anderes, als ganzheitliche Inhalte zu liefern, die die Fragen der User umfassend beantworten. Es geht heutzutage also nicht mehr darum, Inhalte für einzelne Suchanfragen zu erstellen. Komplexe Themen sollten viel mehr ausführlich behandelt werden und auch angrenzende Themengebiete abdecken. So weit so gut.

Insbesondere bei generischen Suchanfragen, bei denen die Suchintention nicht so eindeutig ist wie etwa bei Long-Tail Begriffen, macht für Google das Ausspielen von holistischen Inhalten Sinn. Da Google bemüht ist Suchanfragen möglichst treffsicher zu beantworten, werden holistische Inhalte hier bevorzugt. Das heißt jedoch nicht, dass holistischer Content für jeden Zweck funktioniert. Die Frage „Was denken meine User?“ sollte wie immer im Vordergrund stehen. Zuerst gilt es also die Suchintention zu bestimmen.

Wann macht holistischer Content Sinn?

Sucht jemand etwa nach „Staubsaugerbeuteln“, so ist es keinesfalls ratsam hier mit der Geschichte des Staubsaugers Seiten zu füllen. Ebenso handelt es sich hierbei nicht um ein Produkt, dass in der Funktion oder Beschaffenheit im Detail beschrieben werden muss. Dass ein Staubsaugerbeutel in den Staubsauger gehört und sich hier Aufgesaugtes sammelt ist bekannt. Oder würden Sie sich auf der Suche nach diesem Produkt für derartige Informationen interessieren? Nein. Demnach würden Sie sich auch nicht die Zeit nehmen diese Inhalte zu lesen. In einigen Fällen kann eine Textwüste sogar abschreckend, wenn nicht sogar unseriös wirken, sodass Sie nach wenigen Sekunden zurück zu den Suchergebnissen springen und sich anderweitig umschauen. Derartige User-Signale registriert Google natürlich auch und wertet die besuchte Seite ab. Die Inhalte treffen also nicht die Suchintention und Google korrigiert die Rankings.

Eine Suchanfrage bei der holistischer Content jedoch Sinn macht, wäre hingegen zum Beispiel das Thema „Kinderwagen“. Stellen wir uns hier wieder die Frage „Was denken meine User?“. Zunächst einmal könnte man vermuten, dass es sich um ein Thema handelt, das sich für möglichst Rat gebende Inhalte eignet. Nachwuchs bekommt man nicht jeden Tag und so hat man sich in der Vergangenheit wahrscheinlich auch noch nicht allzu intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt. Zudem gibt es bei diesem Produkt große Unterschiede in Preis, Leistung und Qualität. Ihre Zielgruppe sind hier junge Eltern. Und genau diese wollen nun in Erfahrung bringen was es mit diesen Unterschieden auf sich hat, um den für Sie richtigen Kinderwagen zu finden. Eine Kaufentscheidung für die sich Zeit genommen wird. Und genau hier macht holistischer Content Sinn.

Welchen Ansprüchen muss ein Kinderwagen gerecht werden? Worauf ist beim Kauf zu achten? Wie unterscheiden sich einzelne Modelle? Alles Fragen, die es zu beantworten gilt. Während man früher noch zu den einzelnen Fragen jeweils eine separate Landingpage mit Content gefüllt hat, gilt es heute, im Sinne holistischer Inhalte, all diese Fragen möglichst auf einer Seite umfassend zu beantworten. Eigentlich logisch. Oder möchten Sie sich bei der Informationssuche durch zehn verschiedene Seiten klicken, um sich einen umfassenden Überblick zu verschaffen? Nein. Und so honoriert Google Seiten die diesen Umstand erkannt haben mit einem besseren Ranking.

Erster Schritt: Identifikation der Suchintention

Um eine Suchanfrage möglichst ganzheitlich zu beantworten, gilt es zunächst einmal die Frage als solche zu verstehen. Da wir es hier in vielen Fällen nur mit einzelnen Begrifflichkeiten zu tun haben, die in den Suchschlitz eingegeben werden, ist dies nicht unbedingt eine leichte Aufgabenstellung. Doch auch hier gibt es Ansätze, um sich eben genau dieser Beantwortung zu nähern.

Ihr Produkt, Ihre Zielgruppe

Zuallererst kennen Sie Ihr Produkt bzw. Ihre Dienstleistung und Ihre Zielgruppe am besten. Was zeichnet Ihr Angebot aus? Wie differenziert es sich von dem der Wettbewerber? Welches Problem löst bzw. welches Bedürfnis befriedigt mein Produkt? Gibt es vielleicht auch Fragen die im Kundenservice öfters gestellt werden? All diese Informationen liegen Ihnen bereits vor und sollten auch bei der Erstellung von Inhalten entsprechend bedacht werden. Unterstützend zur Findung der richtigen Fragestellungen die es zu beantworten gilt, kann auch die Verwendung eines sogenannten W-Fragen-Tools hilfreich ein. Hier werden Fragen zu einem bestimmten Suchbegriff, die über Google Suggest generiert werden, ermittelt.

Was passiert auf Seite 1?

Lernen Sie vom Wettbewerb! Dieser spielt sich für Sie in diesem Fall auf der ersten Suchergebnisseite bei Google ab. Welche Inhalte werden hier zu Ihrer Suchanfrage behandelt? Welche Fragen werden hier beantwortet? Erinnern wir uns: Google möchte die Frage des Suchenden möglichst allumfassend beantworten. Die ersten Suchergebnisse tun dies aus Googles Sicht anscheinend schon sehr gut. Hier gilt also sich an eben diesen Seiten bzw. deren Inhalten zu orientieren. Ein reines Copy & Paste ist hier jedoch nicht die Lösung. Nutzen Sie den Wettbewerb zunächst als erste Inspiration für die inhaltlichen Schwerpunkte des eigenen Contents. Bevor Sie sich nun die Mühe machen, die Texte Ihrer Wettbewerber bis auf’s Kleinste auseinander zu nehmen und zu analysieren, gibt es hier eine Formel, die Ihnen die Arbeit ein wenig erleichtert: WDF*IDF. Formel? Keine Angst, wir möchten nicht, dass Sie jetzt anfangen mathematische Gleichungen zu lösen. Denn hierfür gibt es mittlerweile zahlreiche kostenlose WDF*IDF-Tools, die Sie nutzen können

WDF*IDF – What?

Diese Formel bestimmt nichts anderes, als das Verhältnis bestimmter Wörter innerhalb eines Textdokumentes. „WDF“ steht dabei für „Within Document Frequency“, wie häufig also ein Begriff innerhalb eines Textes vorkommt. „IDF“ bedeutet in diesem Fall „Inverse Document Frequency“. Hier wird berücksichtigt, wie viele Dokumente bzw. Seiten diesen Term mit einbeziehen. Was bedeutet das für die Suchmaschinenoptimierung? Mit einer WDF*IDF Analyse lassen sich also Begriffe identifizieren, die im Zusammenhang mit einer bestimmten Suchanfrage häufig Verwendung finden. Diese Begriffe werden auch häufig als „Proof-Terms“ bezeichnet. Hier gilt es jedoch nicht den eigenen Content nun krampfhaft um diese Begrifflichkeiten zu ergänzen. Ein wenig Denkarbeit bleibt auch hier bei der Bewertung einzelner Begriffe nicht aus. Dennoch eignen sich Proof-Terms sehr gut dazu, sich einen Überblick über mögliche Inhalte und angrenzende Themenbereiche zu verschaffen. Die Verwendung von identifizierten Synonymen bringt zusätzlich ein wenig Abwechslung in den Lesefluss.

Neben der WDF*IDF Analyse gibt Google Ihnen selbst eine Hilfestellung bei der Findung relevanter Terme und Suchanfragen. Die automatische Vervollständigung Ihrer Suchanfrage sowie die unter „Ähnliche Suchanfragen zu XYZ“ genannten Begriffe geben Ihnen ebenso einen ersten Aufschluss darüber, welche Themen in Beziehung zu Ihrer Suchanfrage stehen. Herzlich Willkommen in der semantischen Suche!

Semantische Suche – das Ergebnis maschinellen Lernens

Wenn wir über holistischen Content sprechen, so darf auch der Begriff der „semantischen Suche“ nicht fehlen. Dass das Optimieren auf eine bestimmte Keyworddichte nicht mehr alltagstauglich ist, sollte inzwischen klar sein. Seit 2013 findet genau dieser Sachverhalt mit dem Hummingbird-Update Berücksichtigung im Google Algorithmus. Es wird also viel weniger die Häufigkeit bestimmter Suchbegriffe, als die Bedeutung dargestellter Inhalte und Suchanfragen bewertet. Google ist also in der Lage eine Suchanfrage präziser zu erfassen und diese mit inhaltlich relevanten Texten in Verbindung zu setzen.

Holistischer Content darf muss Spaß machen!

Umfassender Content ist keinesfalls mit großen Textwüsten gleichzusetzen. Oder mit anderen Worten, umfassende Inhalte sind nicht an der Länge eines Textes festzulegen. Hier gilt: Schreiben Sie so viel wie nötig und so wenig wie möglich.

Dennoch führt der ganzheitliche Ansatz nicht selten zu einer längeren Ausgestaltung von Inhalten. Sie wollen Ihre Zielgruppe ja schließlich umfassend informiert wissen. In diesem Fall spielt die Lesbarkeit dargestellter Inhalte eine besonders große Rolle. Erschlagen Sie Ihre Leser nicht mit langen Textabsätzen, verpackt in kompliziert formulierten, verschachtelten Sätzen. Zwischenüberschriften und die Aufbereitung in Form einer „Johnson Box“ (Listenform) eignen sich hier besonders gut, um komplexe Inhalte leicht „scannbar“ aufzubereiten. Ebenso hat sich die Verwendung von Inhaltsverzeichnissen und Sprungmarken in der Vergangenheit als ein bewährtes Mittel erwiesen, wenn es darum geht dem User einen ersten Eindruck über inhaltliche Schwerpunkte zu vermitteln.

Das Auge isst mit! Eine Wahrheit die nicht nur für den kulinarischen Genuss steht. Nutzen Sie visuelle Inhalte um Ihren Texten ein wenig Leben einzuhauchen. Bilder oder etwa Videos bringen hier die nötige Würze. Lange Texte können den User leicht erschlagen. Mit dem Einsatz von anschaulichen Visualisierungen können Sie hier Abhilfe schaffen.

Fazit

Bei holistischem Content handelt es sich also um den Spagat zwischen Informationstiefe sowie der Aufbereitung dieser Inhalte. „Mehr„ ist nicht immer gleich „mehr“. Schreiben Sie in erster Linie für Ihre Zielgruppe, nicht für Google. Trumpfen Sie auf mit einzigartigen, umfassenden Inhalten, die Ihren Usern einen Mehrwert bieten bzw. die Suchanfrage ganzheitlich beantworten. Mit holistischem Content können Sie so, relevante Inhalte zu einer Vielzahl von Suchanfragen zu einem bestimmten Thema schaffen. Beobachten Sie auch weiterhin aktuelle Entwicklungen zu Ihrem Thema, um Inhalte auch in Zukunft Up-to-Date zu halten.

Verabschieden Sie sich von der Keyworddichte und lassen Sie sich auf die Bedürfnisse Ihrer User ein. Ihre Zielgruppe und Google werden diese Bemühungen honorieren!

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