Franziska Martens

Franziska Martens

Senior Digital Marketing Consultant - Paid

Paid Advertising in Zeiten von Corona – 5 Tipps für erfolgreiches Online Marketing

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Hört man sich in diesen Tagen in der Online Marketing-Welt um (virtuell natürlich!), so wird man mit den unterschiedlichsten Aussagen konfrontiert: Die CPCs fallen! Die CPCs steigen! Die Nachfrage steigt! Der Umsatz sinkt! Unternehmen, die ihre Werbeausgaben in Krisenzeiten steigern, profitieren am Ende immer!

Die schlechte Nachricht vorweg: Dieser Artikel wird Ihnen nicht die beiden Fragen beantworten, die Ihnen vermutlich unter den Nägeln brennen: “Soll ich meine Google Ads Kampagnen abschalten, um Geld zu sparen?” und “Die Menschen verbringen nun mehr Zeit auf Facebook. Soll ich mein Budget dorthin verschieben?” – Diese Fragen kann Ihnen kein Blogartikel beantworten! 

Aber: Fakt ist, in Krisenzeiten verändert sich das Such- und Surfverhalten der Menschen. Aus diesem Grund muss sich auch das Kampagnenmanagement anpassen. Wir haben einige Tipps für Sie zusammengestellt, die über Paid Advertising hinausgehen:

Tipp 1: Nicht hektisch werden!

Was dieser Artikel Ihnen schon jetzt sagen kann: Schalten Sie Ihre Werbemaßnahmen nicht voreilig dauerhaft ab! Denn auf den ersten Blick können Sie nicht unbedingt erkennen, ob dies der richtige Schritt ist.

Tipp 2: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Werbemaßnahmen für Sie und Ihre Zielgruppe jetzt in der Krise sinnvoll sind!

Wenn Sie in einer von der Krise betroffenen Branche (Tourismus, Gastronomie, Kultur- und Freizeitangebote, Sport/Fitness etc.) tätig sind, dann ist es klar, dass Sie Ihren Kunden nicht in der gleichen (Werbe-)Art und Weise begegnen können, wie vor der Krise. Versetzen Sie sich in Ihre Kunden hinein: Eine Werbung für eine Fitnessstudio-Kette direkt um die Ecke ist nicht die richtige Botschaft, wenn man dort aufgrund der aktuellen Lage vor verschlossenen Türen steht. Außerdem müssen Sie sich fragen, wie viel Werbung Sie sich jetzt mit welchem Ziel leisten können und wollen! Ist Werbung für Sie (trotz eventueller Budgeteinschnitte) weiterhin sinnvoll, sollten Sie sich folgende Fragen stellen, um sinnvolle Werbebotschaften für Sie und Ihre potentiellen Kunden zu definieren:

  • Welche meiner Dienstleistung bzw. welches Produkt ist jetzt für meine Zielgruppe relevant? Kann ich mein Angebot digitalisieren? Wenn ich keinen Onlineshop habe, wie kann ich dann meine Produkte trotzdem online verkaufen? 
  • Wenn mein Produkt jetzt von niemandem gekauft wird, kann ich trotzdem das daran bestehende Interesse dafür nutzen, Leads zu generieren, um mein Produkt später zu verkaufen?
  • Welche USPs meines Produktes oder meines Services sind jetzt besonders relevant für meine potentiellen Kunden?
  • Finden meine Kunden diese USPs auf meiner Website?

Tipp 3: Analysieren – und zwar täglich!

Nein, Sie müssen nicht täglich aufwendige Reportings aktualisieren. Sorgen Sie einfach dafür, dass alle Zahlen, die täglich für Sie relevant sind, automatisch zu Ihnen kommen. Hierzu bietet Google automatisiert ins Postfach gelieferte Berichte von Google Ads oder Analytics oder aber das Datastudio, welches beide Datenquellen sogar in einem dynamischen Dokument vereinen kann. Auch Facebook bietet die Möglichkeit, einen gespeicherten Report automatisch zu verschicken. 

Schauen Sie sich diese Zahlen täglich an und behalten Sie dabei vor allem folgende Werte im Blick: 

  • Das Verhältnis von Umsatz zu Werbekosten:
    Entweder als ROAS (je höher, desto besser) oder als Kostenumsatzrelation = KUR (je kleiner, desto besser)
  • Veränderungen der Brand-Performance:
    Nachfrage (= Impressionen) und Kauf- bzw. Kontaktbereitschaft (= Conversionrate)

Was tut die Konkurrenz?
Schauen Sie sich in Ihrem Google Ads-Konto den Auktionsdatenbericht an, um zu prüfen, wer auf die gleichen Keywords bietet wie Sie und ob sich Ihr Anteil an möglichen Impressionen verändert hat. Die Facebook Anzeigenbibliothek bietet Ihnen die Möglichkeit zu sehen, welche Art von Anzeigen Ihre Konkurrenz schaltet. Außerdem besteht natürlich auch immer die Möglichkeit die Facebook- und Instagram-Konten Ihrer Konkurrenz entsprechend zu analysieren.

Tipp 4: Vorhandene Rentabilität durch kontinuierliches, aber sinnvolles Management sichern!

Haben Sie auf Basis der Analyse festgestellt, dass Ihre Kampagnen trotz Corona-Krise “funktionieren”, also weiterhin den Zweck erfüllen, den Sie haben, dann sollten Sie diesen Status durch bedachtes Handeln im Kampagnenmanagement aufrechterhalten. Fangen Sie aber nicht an täglich an den CPCs oder den Budgets zu schrauben! Handeln Sie stattdessen wohlüberlegt und beurteilen Sie nach ein paar Tagen die Folgen Ihrer Maßnahmen.

Google Search Kampagnen:

Prüfen Sie Ihren Suchanfragenbericht häufiger als zuvor, da sich das Suchverhalten Ihrer Zielgruppe in der Krise eventuell geändert hat. Solange Sie nicht ausschließlich Exact Keywords verwenden, erhalten Sie hier wertvolle Insights zu den Themen rund um Ihre Dienstleistung oder Ihr Produkt, welche die Menschen in der jetzigen Situation interessieren. Außerdem können Sie im Google Ads Suchanfragenbericht kostenverursachende, aber unpassende Suchanfragen ausschließen.

Google Shopping Kampagnen:

Lassen Sie im Hintergrund eine Backup Kampagne mit allen Produkten mit niedrigem CPC laufen. Pausieren Sie in Ihrer/Ihren Hauptkampagne(n) nicht performante Produktgruppen. Durch die Backup-Kampagne können Ihre Produkte dennoch, aber zu wesentlich geringeren Kosten, gefunden und angeklickt werden. Das ist übrigens nicht nur in Krisenzeiten eine gute Möglichkeit, um Shoppingkampagnen effizienter zu machen. 

Facebook Ads:

Die Krise wirft Fragen auf – und diese finden sich in den Kommentaren Ihrer Facebook Ads wieder. Deswegen ist es besonders wichtig, dass Sie diese nicht ignorieren! Beantworten Sie Fragen idealerweise so schnell wie möglich, am besten innerhalb weniger Stunden. So geben Sie Ihren Kunden ein gutes Gefühl trotz Homeoffice für sie da zu sein. Und das Tolle ist: Über Facebook Ads verbreitet sich dieses tolle Gefühl gleich viel weiter.

Wichtig: Wenn etwas nicht funktioniert, also auf (eine nicht vertretbare) Dauer nicht rentabel bzw. zielführend ist und alle Optimierungsmaßnahmen fehlgeschlagen sind, dann schalten Sie die Werbemaßnahme ab. 

Übrigens: Sowohl Google Ads als auch Facebook bieten kleinen und mittelständischen Unternehmen finanzielle Unterstützung auch in Form von kostenlosen Anzeigen. Beide arbeiten derzeit noch an einem Auswahlprogramm. Die aktuellsten Informationen von Google finden Sie hier. Bei Facebook haben Sie die Möglichkeit sich hier direkt zu bewerben.

Tipp 5: Flexibel bleiben!

Stecken Sie nicht den Kopf in den Sand, egal ob Ihr Geschäftsmodell über Paid Advertising und generell aktuell funktioniert oder nicht. Bleiben Sie agil und flexibel! In Krisenzeiten kann sich alles jederzeit ändern. Finden Sie schon bevor Sie in eine Notlage geraten Alternativen und entwickeln einen Plan B – auch für die Zeit nach Corona. Denn die kommt bestimmt und keiner weiß, wie unsere Welt dann sein wird!

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